Persönliches

Mit dem Glück, 1970 in einem friedlichen, demokratischen Land zur Welt gekommen zu sein, zähle ich mich zur späten Generation von Menschen aus dem „goldenen Zeitalter europäischer Sozialstaatlichkeit“. Als Kind meiner Zeit blieb ich verschont von Armut und von den Wirren kriegerischer Auseinandersetzungen.

Meine engagierten Eltern, ein freier Hochschulzugang und eine von der öffentlichen Hand getragene Studienbeihilfe haben mir eine berufliche Entwicklung ganz nach persönlichen Vorstellungen und frei von jedweden wirtschaftlichen Zwängen ermöglicht.

Nach dem Vorbild meines Vaters habe ich mich für den Beruf des Technikers entschieden. In den 25 Jahren meiner bisherigen Praxis habe ich mit Begeisterung an der Erfindung und Verwirklichung neuartiger optischer Sensorsysteme für immer komplexer werdende Aufgabenstellungen gearbeitet.

Seit Jahren findet nicht zuletzt in diesem Fachgebiet eine bedenkliche Abkehr vom klaren Bekenntnis zur Wahrung der Privatsphäre statt: Vielschichtig verwobene Interessen von Industrie, Wirtschaft und Institutionen haben inzwischen Produkte hervorgebracht, die unter dem Deckmantel von Begriffen wie „Smart Home“ und „Mixed Reality“ mittels ausgeklügelter Sensorik und Datenanalyse auf eine bis in die Wohn- und Schlafzimmer durchleuchtete Gesellschaft abzielen.

Auf unternehmerischer Ebene stellte ich mich der Herausforderung, selbst entwickelte Produkte am Markt zu etablieren. Über Jahre hinweg sah ich mich mit Praktiken und Abhängigkeiten einer Geschäftswelt konfrontiert, die ich letztlich weder mit meinen persönlichen Zielen noch mit meinen Wertvorstellungen unter einen Hut bringen konnte.

Kurzum: 2012 war ich an einem Punkt angelangt, an dem ich mich entschied, die Spur zu wechseln. Ich begann, mich systematisch mit den Ursachen für verschiedenste technische, wirtschaftliche, soziale und ökologische Entwicklungen auseinanderzusetzen, die in jedem nachhaltig gedachten Kontext mit wachsendem Ungleichgewicht und mit der Zerstörung unserer Lebensgrundlagen einhergehen.

Mit der kritischen Hinterfragung eines in unserer Erziehung, Ausbildung und beruflichen Realität fest verankerten, veralteten Prozessdenkens glaube ich, eine zweckmäßige Orientierungshilfe gefunden zu haben, um schädliche Denk- und Handlungsweisen besser zu verstehen und zu überwinden.

Mit Metamorphosis 2050 wende ich mich an interessierte Mitmenschen, um gemeinsam aktiv zu werden und gemeinsam einen positiven Beitrag zur Weiterentwicklung unserer Gesellschaft zu leisten.

Dieter Schmidradler
7. Februar 2017